Der Apfelstrudel — und warum Honig dazupasst
🇦🇹 Historischer Kontext
Der Apfelstrudel ist seit dem 17. Jahrhundert in Wien belegt — das älteste bekannte handgeschriebene Rezept stammt aus dem Jahr 1696 und liegt im Wiener Stadtarchiv. Ursprünglich wurde er mit Zucker gesüßt, der in Wien als Luxusgut galt. Honig war die ältere, volkstümlichere Süßung — in Bauernstuben lange bevor raffinierter Zucker erschwinglich wurde. Diese Variante greift auf genau diese ältere Tradition zurück.
Fruchtigkeit
Blütenhonig verstärkt die Säure von Boskop-Äpfeln, ohne sie zu überlagern
Aroma
Florale Honignoten ergänzen Zimt — klassische Gewürzpaarung der Wiener Küche
Teig
Blütenhonig in der Füllung hält den Teig beim Backen saftig von innen
Zutaten für 4–6 Portionen
🥧 Strudel
- 1 Strudelteig (TK oder frisch, ca. 40×60 cm)
- 5 Äpfel (Boskop, ca. 800 g)
- 4 EL griechischer Blütenhonig
- 50 g Rosinen
- 50 g gehobelte Mandeln
- 1 TL Zimt
- 40 g weiche Butter
- Optional: etwas Honig zum Bestreichen nach dem Backen
🍎 Apfelsorte
- Boskop Klassisch — säuerlich, fest, behält Form beim Backen
- Elstar Milder, leicht süßlicher — gut mit Blütenhonig
- Braeburn Ausgewogen — süß-säuerlich, aromatisch
Strudelteig-Hinweis: TK-Strudelteig (z. B. von Knack & Back) vollständig auftauen lassen bevor er auseinandergefaltet wird — er reißt sonst. Selbstgemachter Strudelteig muss vor dem Befüllen auf einem bemehlten Tuch dünn ausgezogen werden.
Honig-Empfehlung: Griechischer Blütenhonig — mild, floral, lässt das Apfelaroma sprechen. Wer ein kräftigeres Aroma bevorzugt: Thymianhonig gibt dem Strudel eine mediterrane Tiefe.
Zubereitung — Schritt für Schritt
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1Backofen vorheizenBackofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze (oder 170 °C Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
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2Füllung vorbereitenÄpfel schälen, entkernen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Mit Blütenhonig, Zimt, Rosinen und gehobelten Mandeln vermischen und 5 Minuten ziehen lassen — der Honig verbindet sich dabei mit dem Apfelsaft.Die 5 Minuten Wartezeit sind wichtig: Der Honig löst sich vollständig auf und gibt eine gleichmäßige Süße.
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3Strudelteig vorbereitenStrudelteig auf einem leicht bemehlten Küchentuch ausbreiten. Mit der Hälfte der weichen Butter gleichmäßig bestreichen — bis zu den Rändern.Bei TK-Teig: vollständig auftauen, erst dann vorsichtig auseinanderfalten.
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4Füllen und einrollenApfelfüllung gleichmäßig auf dem unteren Drittel des Teigs verteilen — ca. 3 cm Rand frei lassen. Seitenränder einschlagen, dann den Strudel mit Hilfe des Tuchs fest und gleichmäßig einrollen. Nahtseite nach unten auf das Backblech legen.Fest einrollen verhindert, dass der Strudel beim Backen aufplatzt.
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5Oberfläche bestreichenOberfläche des gerollten Strudels mit der restlichen weichen Butter bestreichen. Das gibt die typisch goldbraune, blättrige Kruste.
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6Backen und servieren25–30 Minuten backen bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun und knusprig ist. 5 Minuten abkühlen lassen. Warm servieren — mit einem Löffel Blütenhonig beträufelt oder mit Schlagobers.Strudel direkt nach dem Backen servieren — die Knusprigkeit der Hülle nimmt nach 30 Minuten deutlich ab.
Varianten und Kombinationen
Mediterrane Variante
Thymianhonig statt Blütenhonig — kräftiger, kräuteriger Geschmack, passt gut zu Walnüssen statt Mandeln.
Winterliche Variante
Abrieb einer Bio-Orange zur Füllung geben — Orangenaroma und Blütenhonig ergeben eine außergewöhnliche Kombination.
Topfenvariante
50 g Topfen (Quark) unter die Füllung mischen — cremiger, weniger süß, klassisch wienerisch.
Frucht-Variante
50 g Heidelbeeren zur Apfelfüllung geben — der Kontrast aus Säure und Honig ist besonders intensiv.
Ein Rezept, das seit Jahrhunderten funktioniert — mit einer Zutat, die noch älter ist.
Honig süßt den Apfelstrudel so wie er Desserts süßte, lange bevor Zucker in die Wiener Küche kam. Den passenden Blütenhonig von Kaldanis findest du direkt im Shop.